Sich zu helfen wissen – dank dem Rotkreuz-Notruf

Für mehr Sicherheit im Alltag: Maria Schlegel und ihre Tochter werden von Bruna Müller, Leiterin Rotkreuz-Notruf ausführlich beraten.
Magdalena Güntert sorgt sich um ihre Mutter, die sich um ihren 91-jährigen Ehemann sorgt, der kürzlich nachts stürzte. Mit dem Rotkreuz-Notruf hätte die ganze Familie eine Sorge weniger.

Aarau, 14.06.2018

«Wenn ich mir vorstelle, er hätte was gebrochen und du hättest versucht ihn zu tragen. Du hättest dich dabei wahrscheinlich noch selbst verletzt», malt sich Magdalena Güntert aus. «Du musst Hilfe rufen können.» Ihre Mutter nickt.

Kostenlose Beratung

Als ihr Mann letzte Woche in der Nacht stürzte, hat die 85-jährige Maria Schlegel ihn eigenhändig ins Zimmer zurückgebracht und versorgt. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Aber der Schreck sitzt ihr und Tochter Magdalena Güntert noch immer in den Knochen. Sie sind sich einig: Das Erlebte darf sich nicht wiederholen und der Rotkreuz-Notruf soll dabei helfen.

Wie genau, das wollen sie an diesem Nachmittag von Bruna Müller erfahren. Im Rahmen einer kostenlosen Beratung erklärt ihnen die Leiterin des Rotkreuz-Notrufs beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) Kanton Aargau die unterschiedlichen Notrufgeräte und deren Funktionsweise.

Abklärung und Empfehlung

Damit sie der Familie das passende Gerät empfehlen kann, erkundigt sich Müller erst nach dem Alltag des Ehepaars. Nein, ihr Mann sei kaum mehr unterwegs, erzählt ihr die Seniorin. Sie gehe aber noch gerne einkaufen. «Dann ist meist jemand zu Hause beim Vater», ergänzt die Tochter.

Aufgrund der Angaben empfiehlt die Notrufexpertin schliesslich das stationäre Gerät. Sie lässt Schlegel den entsprechenden Notrufknopf anprobieren und erklärt: «Sobald sie auf diesen Knopf drücken, meldet sich jemand von unserer 24-Stunden-Notrufzentrale. Über den Lautsprecher des stationären Geräts wird sich die Person nach ihrem Befinden erkundigen und je nach Schweregrad eine ihrer Kontaktpersonen oder die Ambulanz alarmieren.»

Zu Hause wohnen

Wen man denn als Kontaktperson aufschreiben könne. Wie genau ein Schlüsselsafe funktioniert. Wie die Installation abläuft – Magdalena Güntert und ihre Mutter haben noch einige Fragen, die sie an diesem Nachmittag mit Notrufleiterin Müller ausführlich besprechen. Zum Schluss ist dann aber «alles klar».

«Für mich wäre es eine grosse Beruhigung, wenn meine Mutter ein Notrufgerät zu Hause hätte», betont Güntert. Zuerst werde sie mit ihr zu Hause aber nochmals alles durchgehen. «Mir ist wichtig, dass sie den ganzen Prozess mitbekommt und den Knopf dann auch einsetzt. Sonst hat ja alles nichts genützt.» Eine Einstellung, die Bruna Müller lobenswert findet. «Hilfsmittel, die man jemandem aufdrängt, werden selten richtig angewandt.» Maria Schlegel hofft derweil, dass sie und ihr Ehemann dank dem Rotkreuz-Notruf noch lange in den eigenen vier Wänden wohnen können. «Denn», so die Pensionärin, «zu Hause ist es einfach am schönsten».

Selbstbestimmt bis zuletzt

Nebst dem Rotkreuz-Notruf bietet das Aargauer Rote Kreuz eine Vielzahl von Dienstleistungen, welche mehr Sicherheit und Selbstbestimmung im Alltag verschaffen. Ein Angebot, das immer häufiger genutzt wird, ist die Patientenverfügung. Mit diesem Dokument kann jede Person festhalten, welche medizinischen Massnahmen sie sich im Falle einer Urteilsunfähigkeit wünscht. Sollte man also beispielsweise nach einem Unfall im Koma liegen, können die Angehörigen und das Ärztepersonal darin nachlesen, welche Behandlungen sich die Person gewünscht hat. Dadurch werden sowohl die Familie als auch die Ärzte von schwierigen Entscheidungen entlastet. Eine Patientenverfügung widerspruchsfrei auszufüllen, ist jedoch nicht ganz einfach. Das SRK Kanton Aargau bietet deshalb individuelle Beratungen an. An zwei Informationsanlässen Ende Juni werden sowohl die Notrufangebote als auch die Patientenverfügung genauer vorgestellt.